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Wir danken Allen herzlich für die intensiven, lehrreichen, spannenden Debatten und hoffen, Sie auch auf der Präsenztagung am 04. Juli in Mainz begrüßen zu dürfen.
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2. Gewerkschaft oder Berufsverband: was ist die angemessene Organisationsform?

In dieser Sektion diskutieren wir allgemein über das Thema "Berufsverband für die Archäologie": Braucht die deutsche Archäologie einen Berufsverband? Gewerkschaft oder Berufsverband: was ist die angemessene Organisationsform?
Das Forum ist abgeschlossen, die Beiträge können jederzeit gelesen, aber nicht mehr kommentiert werden.
Folke Prill
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Re: 2. Gewerkschaft oder Berufsverband: was ist die angemessene Organisationsform?

Beitragvon Folke Prill » Fr 7. Apr 2017, 07:48

Guten Morgen Herr Schöbel,

kennen Sie das das alte Sprichwort"Wer Spott säht, wird Hohn ernten"? Vielleicht sind die letzten 24 Stunden auch nur Teil der Ruhe vor dem Sturm? Wer weiß das schon so genau ;)
Oder es ist hier einfach ruhiger geworden, weil dieser Thread geschlossen wird.
Ich würde mich freuen, wenn Sie nicht nur Ihr Bedauern wegen des Mindestlohns ausdrücken, dessen Einführung ich durchaus für einen Fortschritt halte, sondern mir und den anderen Teilnehmern ihre gestellten Fragen zu beantworten. Denn Antworten sind Sie uns bisher schuldig geblieben.

mfG
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Re: 2. Gewerkschaft oder Berufsverband: was ist die angemessene Organisationsform?

Beitragvon Schöbel » Fr 7. Apr 2017, 18:58

Lieber Herr Prill,
Tut mir leid, ich verstehe Sie nicht. Mindestlohn ist für eine abgeschlossene Ausbildung zu wenig. Und bitte fragen Sie doch.
Grüße

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Re: 2. Gewerkschaft oder Berufsverband: was ist die angemessene Organisationsform?

Beitragvon Frank Siegmund » Fr 7. Apr 2017, 19:20

Lieber Herr Schöbel,
die Wirklichkeit in der sog. "kommerziellen" Archäologie ist bisweilen schlimmer, als viele von uns ahnen. Ich habe erst heute aus glaubwürdiger Quelle von einer Grabung in einem östlichen Bundesland gehört, wo ein Wissenschaftler für 9,50 Euro/h abgerechnet wird - also mit Sicherheit nicht auf Mindestlohn kommt. Dieses "schwarze Loch" ist weitaus größer und schlimmer als im Fach bekannt, vor allem, weil die Betroffenen nicht drüber reden wollen aus Angst, dieses Wenige auch noch zu verlieren. Diese schlimme Lage ist der Grund, weshalb Herr Prill die Einführung des Mindestlohns als Fortschritt benannt hat.
Herzliche Grüße! Frank Siegmund

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Re: 2. Gewerkschaft oder Berufsverband: was ist die angemessene Organisationsform?

Beitragvon Schöbel » Fr 7. Apr 2017, 19:43

Folke Prill hat geschrieben:Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Haben sich die Zentral-/ Altverbände nun entschlossen, für alle in der Archäologie arbeitenden Menschen einzutreten und deren Arbeitsbedingungen und Verdienste so zu verbessern, dass Sie jetzt und auch in Zukunft davon leben können???

Sind die oben schon genannten Verbände dazu Willens und in der Lage???

Seit mehr als 2 Jahrzehnten geht es mit der Archäologie abwärts und jetzt, wo ein relativ "junger" Verein rebelliert, melden sich, heben den Finger und sagen sinngemäß: "So geht das aber nicht!"

Es ist ein uraltes Prinzip der Menschheit, dass, wenn alte Strukturen nicht mehr richtig funktionieren und das tun sie meiner Meinung nach nicht, sonst wäre die Archäologie nicht in einem solch desolaten Zustand, nennen wir es ruhig beim Namen revolutionäre Veränderungen stattfinden.

Ein Berufsverband als Interessensvertretung für alle in der Archäologie beschäftigten wäre eine solche revolutionäre Veränderung, den das gab es noch nie. Es gab immer nur die Grüppchenbildungen, studierte Archäologen für sich, Grabungstechniker für sich und jeder versucht im kleinen etwas für sich zu erreichen. Kann manchmal funktionieren, muss aber nicht

zum Schluss nochmal Klartext! Ich halte die Altverbände nicht für überholt. Aber ich halte sie für die Veränderungen, die hier gerade diskutiert werden, für ungeeignet, da sie durch ihre starren Strukturen und ihre innere Selbstzufriedenheit den Blick vor die eigene Haustür nicht mehr für nötig halten.


Lieber Herr Prill,
wenn Sie diese Fragen meinen, dann darf ich sagen, dass ich persönlich die Entwicklung mit Sorge beobachte, gleichzeitig dort, wo ich Verantwortung für etwa 60 Angestellte in unserem Museum habe, einer nichtstaatlichen Organisation, dafür gegenüber unserem Arbeitgeber stehe, dass tariflich und übertariflich gezahlt wird.
Als Mitglied mehrerer Verbände bin ich als Vertreter eines Museumsvereins, stellvertretenden Vorsitzer des WSVA. Dort werden diese Dinge angesprochen, wenn ein Mitglied uns Mißstände mitteilt und wir versuchen diese Dinge weiter zutragen, etwa in den DVA, um Lösungen anzuregen. Deswegen findet zum Beispiel Anfang Juli auf der nächsten Tagung hierzu ein Rundtischgespräch mit Medienbeteiligung statt. Es ist jedoch so, dass wir keinen direkten Einfluss auf die Entwicklung der Personalpolitik in einem Länderministerium oder in eine Kantonalverwaltung haben, das etwa eine Universität, ein Museum oder einen Arbeitgeber im Bereich der Denkmalpflege steuert oder hier weisungsberechtigt ist. Dort wird sehr viel Wert auf die Autonomie und die eigene Hoheit gelegt und diese Systeme lassen sich nicht einfach revolutionär verändern. Wenn man sich einmischt und darauf hinweist, etwa in persönlichen Gesprächen mit Referenten oder politisch Verantwortlichen, dann bekommt man ziemlich schnell mitgeteilt, dass man dies als illegitime Einmischung betrachtet und man erreicht leider eher das Gegenteil. Sie überschätzen die "alten Strukturen" der Verbände. Sie sind keine Gewerkschaft und haben keine Druckmittel. Verbände sind keine Arbeitgeber. Sie sind eine Interessenvertretung, die so stark ist wie ihre Mitglieder und deren Netzwerke....
Es tröstet Sie vielleicht wenig, aber die aktuell schwierige Situation bei den Grabungsarbeitern ist nicht nur ein archäologisches Problem. Viele andere Berufsfelder leiden in ählicher Weise. Alle Geisteswissenschaften kennen dieses Problem. Und die Museen bieten oft solchen Mesnchen dann eine Beschäftigung.
Das Thema läuft nicht nur hier im Forum. Es wird sicher, weil alle an einer positiven Lösung interessiert sind, weiter besprochen und höffentlich auch zu einem guten Ende geführt werden. Aber noch einmal, ein Verband kann hier mit der Brechstange oder mit Druck nichts ausrichten. Das ist meine persönliche Meinung.
Grüße
G.Schöbel

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Thema geschlossen

Beitragvon Frank Siegmund » Sa 8. Apr 2017, 08:43

Wie angekündigt, haben wir die Debatte zum Thema I.2. "Gewerkschaft oder Berufsverband: was ist die angemessene Organisationsform?" am Samstag, 8. April abgeschlossen. Eine Zusammenfassung der Zwischenergebnisse zu allen Themen finden Sie hier: http://www.tagungsforum.dguf.de/viewtopic.php?f=24&t=93

Am Tagungsprogramm können Sie ersehen, welchen Verlauf die Tagung nimmt und welche Debatten derzeit geführt werden: http://www.tagungsforum.dguf.de/viewtopic.php?f=24&t=43 Wir freuen uns, wenn Sie - gerne auch nachträglich - unsere Tagung lesend verfolgen, noch mehr aber, wenn Sie noch aktiv in die Tagung einsteigen und sich an den Debatten beteiligen!

Am 4. Juli 2017 findet innerhalb des 9. Deutschen Archäologiekongresses (DAK) in Mainz die Präsenztagung der DGUF zum Thema "Ein Berufsverband für die Archäologie statt". Wir freuen uns, Sie dort unter den Teilnehmern wieder zu treffen.

Der 9. DAK wird vom WSVA organisiert. Eine förmliche Anmeldung zu dieser Tagung beim WSVA ist notwendig, näheres (inkl. Frühbucherrabatt bis 19. Mai) erfahren Sie auf der Website des WSVA: http://www.wsva.net/tagungen/

Allen an der Debatte Mitwirkenden herzlichen Dank!


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