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3. Faire Löhne und faire Angebotspreise bei Firmen und Selbständigen

In dieser Sektion geht es um "Meine Geschichte, meine Erfahrungen", um das Thema Ehrenamt und Citizen Science sowie um faire Löhne und faire Angebotspreise bei Firmen und Selbständigen.
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raykarl
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Re: 3. Faire Löhne und faire Angebotspreise bei Firmen und Selbständigen

Beitragvon raykarl » Fr 21. Apr 2017, 09:43

Frank Siegmund hat geschrieben:Es geht im Umweg über einen BV: BV sagt "es muss nach Tarif gezahlt werden", sonst wird man nicht zertifiziert resp. ist nicht Mitglied im BV; BV schmeisst wirklich alle Firmen, die sich nicht dran halten, konsequent wieder raus (was eben m.W. z.B. der BfK nicht tut, weshalb der BfK nicht funktioniert); und das Landesamt sagt: nur Firmen im BV sind anerkannte seriöse Fachfirmen, andere Firmen dürfen nicht beauftragt werden (das könnte in die Beauflagung hineingeschrieben werden).

Hm, ja, das könnte vermutlich funktionieren. Sollte man sicherheitshalber rechtlich durchchecken, scheint mir aber auf den ersten Blick nicht völlig aussichtslos.
Ray
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Birgit Anzenberger
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Re: 3. Faire Löhne und faire Angebotspreise bei Firmen und Selbständigen

Beitragvon Birgit Anzenberger » Fr 21. Apr 2017, 13:40

Lieber Ray,
danke für Deinen Beitrag, dem ich in einigen Teilen durchaus folgen kann und auch mag, zu dem ich aber doch noch ein paar Zeilen schreiben möchte.
Dass es wichtig und sinnvoll ist, direkt mit Herrn Sommer und dem BLfD zu sprechen, ist klar, und Dein Gespräch mit ihm und unsere Tagung hier ist ein guter Anlass.

Auch hier
raykarl hat geschrieben:Und so sehr ich die Hoffnung auf 'verbindlichge Sozialstandards' verstehe: wie diese z.B. durch die LfDs durchgesetzt werden können, vermag ich nicht wirklich zu sehen

bin ich völlig bei Dir. Das ist nicht Aufgabe des Landesamtes. Aber der BV könnte dahingehend die Vorgaben definieren. Die Qualitätsstandards sind Sache des LfD.

Und natürlich ist es überzeichnet, die Preise plötzlich um 50% anzuheben. Auch wir versuchen immer mal, uns preislich hochzutasten – in der Regel mit negativem Ergebnis. Wenn man die dritte große Ausschreibung verliert, weil man zu teuer ist, lässt man es irgendwann. Ich weiß, dass Mut dazu gehört, wenn man etwas voran bringen will, aber wir sind schon jedes Mal mutig, wenn wir einen neuen Mitarbeiter einstellen ;).
Den Absatz über die Angestellten, die mehr Lohn von ihrem Arbeitgeber wollen und deshalb streiken sollen, hinkt in zweierlei Hinsicht. Zum einen ist es in diesem Fall der Arbeitgeber, der sich hinstellt und posaunt, damit seine Mitarbeiter (und er selbst) angemessen verdienen, und zum anderen funktioniert das mit dem Streik ja nur, wenn es ein System gibt, in dem alle oder wenigstens ein großer Teil der Arbeitnehmer die Arbeit niederlegt. Sonst heißt streiken nur, dass eine Firma daran zu Grunde geht und die anderen die freiwerdenden Arbeitskräfte (günstig) übernehmen kann. Damit ist keinem geholfen.
Deshalb beteilige ich mich an dieser Tagung; um eine Struktur zu entwickeln, die es Firmen genauso wie Mitarbeitern ermöglicht, für ihre gute Arbeit einen guten Preis zu bekommen.
Zuletzt geändert von Diane Scherzler am Fr 21. Apr 2017, 14:06, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Zitation korrigiert.
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falknaeth
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Re: 3. Faire Löhne und faire Angebotspreise bei Firmen und Selbständigen

Beitragvon falknaeth » Fr 21. Apr 2017, 21:26

raykarl hat geschrieben:Wenn die Angestellten mehr Lohn wollen, als die Chefs zahlen wollen, müssen sich die Angestellten gewerkschaftlich organisieren und notfalls einen Arbeitskampf austragen, indem sie mehr Lohn fordern und dafür eben im Notfall auch streiken. Streiken alle Arbeitskräfte aller Grabungsfirmen in Bayern, bis die Chefs der Grabungsfirmen nicht versprochen haben, ab sofort ihre Löhne um 50% zu erhöhen, bleibt auch den Grabungsfirmenchefs wenig anderes übrig als mit den Löhnen um 50% anzuziehen; und zwar allen, ganz ohne irgendwelche Preisabsprachen zwischen ihnen. Kriegt man für den Stundenlohn, der derzeit bezahlt wird, keine ausreichend qualifizierten archäologischen Arbeitskräfte mehr, dann müssen alle mehr oder minder gleich weit mit dem Lohnniveau und damit auch den Preisen für archäologische Dienstleistungen raufgehen.

Solche 'Arbeitskämpfe' sind übrigens gerade zu Zeiten, in denen - wenigstens wenn man Sommer glaubt - in Bayern die Nachfrage nach archäologischen Arbeiten das vorhandene Angebot (bzw. die vorhandenen Kapazitäten) übersteigt, durchaus aussichtsreich. Man muss sie halt führen. So gesehen braucht die deutsche Archäologie vielleicht nicht nur einen BV, sondern auch eine Gewerkschaft, und LfDs, BV und Gewerkschaften können sich dann miteinander darüber unterhalten, wann wo ein solcher Arbeitskampf besonders sinnvoll wäre, um die Löhne und damit auch die Preise sektorweit nach oben zu zwingen...


Denken wir diesen Gedanken im derzeitigen Marktgefüge, in dem auch Grabungsvereine mit studentischen "Praktikanten", gefällige Freiberufler mit Wervertrag - die Ihr Honorar den Erwartungen und eher schlichten Einschätzungen marktferner "Experten" anpassen - teilhaben, hinzu, erkennen wir leicht, wie weit dieses Vorhaben zum Erfolg gereicht...
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Re: 3. Faire Löhne und faire Angebotspreise bei Firmen und Selbständigen

Beitragvon Folke Prill » Fr 21. Apr 2017, 21:49

Lieber Ray!
Streik, wäre ich sofort dafür und würde ich gleich auch mitmachen, wenn es denn den Richtigen treffen würde. Mein Arbeitgeber würde mir gern 3100€ brutto bezahlen, wenn er es denn könnte. Der Markt gibt das aber zurzeit leider nicht her, eben weil es nach wie vor Firmen gibt und auch Einzelkämpfer, die, wie hier schon mehrfach festgestellt, so billig anbieten, dass sich die Auftraggeber doch nur darüber freuen und es ihnen egal ist, wer die "lästige" Archäologie beseitigt. Berichtige mich bitte, Falk, wenn ich falsch liege. In Niedersachsen hat das Amt vier Tage Zeit , bei Feststellung von Archäologie zu reagieren. Nun streiken aber alle angestellten Mitarbeiter ob Amt oder Firma. Der Auftraggeber freut sich. Am fünften Tag kommt der Bagger und weg ist das Denkmal. Zurzeit also wohl eher nicht der praktikabelste Weg.
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Re: 3. Faire Löhne und faire Angebotspreise bei Firmen und Selbständigen

Beitragvon Diane Scherzler » Sa 22. Apr 2017, 13:55

Liebe Kollegen, lieber Ray,

auch ich sehe hier Theorie und Praxis. Wir hören gegenwärtig ja sogar, dass sich einige Kollegen aus den unterschiedlichsten Bereichen nicht einmal trauen, an dieser Vortagung teilzunehmen, weil das bemerkt werden und ihre beurliche Tätigkeit beschädigen könnte:
Habe die Befürchtung, dass eine Anmeldung meine berufliche Perspektiven noch mehr schmälert.
Das schreibt mir eine junge Kollegin aus Sachsen-Anhalt, die ab und an Grabungsjobs findet und ansonsten meistens auf Arbeitssuche ist. Sie weiß, dass sie von einem Berusfverband profitieren würde. Sie weiß, dass sie von Streiks profitieren würde. Dass sie unter Pseudonym hier teilnehmen könnte, hat ihr ihre Angst nicht genommen. Würde jemand wie sie tatsächlich zu ihrem Arbeitgeber (hätte sie denn einen) gehen und ihm Streik androhen bzw. ihn von einem firmenweiten Streik überzeugen wollen?

Sie ist nur ein Beispiel, aber sie ist bei weitem nicht alleine. Ich meine, wir müssen genau an dieser so verbreiteten Angst ansetzen, anstatt sie zu beklagen.


Beste Grüße
Diane

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Re: 3. Faire Löhne und faire Angebotspreise bei Firmen und Selbständigen

Beitragvon raykarl » Sa 22. Apr 2017, 16:01

Hi,
Diane Scherzler hat geschrieben:...Würde jemand wie sie tatsächlich zu ihrem Arbeitgeber (hätte sie denn einen) gehen und ihm Streik androhen bzw. ihn von einem firmenweiten Streik überzeugen wollen?
Sie ist nur ein Beispiel, aber sie ist bei weitem nicht alleine. Ich meine, wir müssen genau an dieser so verbreiteten Angst ansetzen, anstatt sie zu beklagen.

Mark Spanjer zur Präsenztagung einzuladen wäre wirklich wichtig; und er soll am besten mehr oder minder genau den Vortrag halten, den er bei CIfA 2017 gehalten hat. Emotionen waren das Thema seines sehr emotionalen Vortrags, und dass die Angst die schlechteste davon ist und dass man sie durch Freude überwinden versuchen kann, soll und auch muss eine seiner wichtigsten Aussagen.
Das Problem ist allerdings, dass man jemand, der Angst hat, nicht wirklich helfen kann: seine eigenen Ängste muss jeder selbst überwinden. Wer Angst davor hat, seinen Job zu verlieren oder keinen meht zu bekommen, wenn er sich nicht ausnutzen lässt, wird sich auch nicht beschweren gehen; egal zu wem. Der wird vielleicht bei seinen guten FreundInnen über die Ungerechtigkeit der Welt jammern, und bitter beklagen, dass er ausgenutzt wird, aber was dagegen machen wird er nicht. Weil was, wann das dann rauskommt, dass das ich war, der den Ausnutzer beim BV 'verpfiffen' hat.

Glaube ich ernsthaft, dass sich in der bayerischen oder gar der deutschen Archäologie jemals die Grabungsarbeiter so organisieren werden, dass sie tatsächlich streiken würden? Natürlich nicht, auch wenn es in anderen Ländern schon durchaus ArchäologInnenstreiks gegeben hat.

Aber dazu haben derzeit in der deutschsprachigen Archäologie alle viel zu viel Angst. Angst um ihren eigenen Job, Angst darum, dass es den armen Chef trifft, der ja auch nicht wirklich "Schuld" an der Misere ist, sondern nur Teil eines Systems, an dem er selbst auch nicht viel ändern kann, und nicht zuletzt - danke Folke Prill für das wunderbare Beispiel dafür - Angst davor, dass der Bagger die Archäologie wegbaggert, wenn man nicht brav seine Rolle als Rädchen im System erfüllt. Und Schuld an der Misere ist immer irgendwas, nur nicht etwas, was man beeinflussen kann: der Markt, die Bauindustrie, das Gesellschaftssystem, you name it. Und das ist auch sehr bequem so, vor allem für alle, die davon profitieren und das allen anderen (und auch sich selbst) seit Jahrzehnten einzureden versuchen; aber auch für die, die sich brav in ihre Rolle finden in dem Trauerspiel und brav jammern, aber nichts tun. Weil sie können ja gar nichts tun; und müssen daher gar nichts tun. Damit wird man nicht viel weiter kommen...

Liebe Grüße,

Ray
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Re: 3. Faire Löhne und faire Angebotspreise bei Firmen und Selbständigen

Beitragvon Diane Scherzler » Sa 22. Apr 2017, 16:32

Lieber Ray,
Mark Spanjer bot heute bereits an, nach Mainz zu kommen. Ich schreibe ihm heute noch.

Herzlich
Diane

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Re: 3. Faire Löhne und faire Angebotspreise bei Firmen und Selbständigen

Beitragvon falknaeth » Sa 22. Apr 2017, 16:47

Lieber Ray,
Streik funktioniert sicherlich - wenn man weiß, wen man eigentlich bestreiken will. Da braucht es zwei Parteien: Eine Arbeitnehmervereinigung (Gewerkschaft) und eine Arbeitgebervereinigung (Unternehmerverbände) - Tarifparteien eben. Im öffentlichen Dienst, bei den fest angestellten - und nicht verbeamteten - Angestellten also möglich, da es ein definiertes Gegenüber gibt. Museumspädagogen hilft das schon weniger - da sie ja "selbständig" sind, bestreiken sie sich selbst, ohne das irgendwer etwas in die Streikkasse tut. Wie ist das jetzt mit den Grabungsfirmen? Theoretisch möglich: In einer Firma wird gestreikt, weil zu wenig bezahlt wird - okay. Diverse Baugewerke auf der Baustelle melden Mehraufwand und Verhinderungen an - okay, das ist Außenwirkung, die sich jedoch nicht besonders positiv in der Öffentlichkeit niederschlagen wird, denn schließlich verzögert wieder einmal die Archäologie den Bau und treibt die Kosten in die Höhe. Weitere Folgen: Erfüllungsstrafen werden u.U. für die Grabungsfirma fällig - okay, dafür gibt es Bankbürgschaften. Der Bauherr meldet Unzumutbarkeit an - jetzt wird es langsam kompliziert. Bei einer guten Rechtsvertretung des Bauherrn war es das dann: Der Bau geht weiter, die Archäologie wird wegen nicht zumutbarer Kosten vernachlässigt, die Grabungsfirma ist wahrscheinlich nicht nur am Ende des Budgets sondern sogar pleite, die Denkmalbehörden können sehen, wie sie den Kollateralschaden für die Denkmalpflege beseitigen. Ach ja - und die Konkurrenz des - ehemaligen - Grabungsunternehmens macht dann doch lieber in Kurzzeitig- odevWerkverträge, um zukünftig Streiks zu vermeiden. Das Ganze hat recht wenig mit Angst zu tun - nur mit der derzeitigen Realität auf dem archäologischen Arbeitsmarkt... Es fehlt einfach an geordneten Strukturen, die Archäologenstreiks überhaupt erst möglich machen und auch nach außen sinnvoll in der Gesellschaft vertreten können. Deshalb plädiere ich ja für einen organisierten BV - damit wir mal ein "normales Arbeitsleben" in der Archäologie schaffen können!

Herzliche Grüße, Falk
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Re: 3. Faire Löhne und faire Angebotspreise bei Firmen und Selbständigen

Beitragvon Frank Siegmund » So 23. Apr 2017, 08:57

Liebe Runde,
auch wenn wir im Ergebnis dieser kurzen Schleife wieder da stehen, wo wir schon waren (Gewerkschaft & Streik sind zumindest als alleinige Instrumente nicht der Königsweg) empfinde ich es als wichtig, dass wir das Thema (vgl. Sekt. I.2.: https://www.tagungsforum.dguf.de/viewtopic.php?f=25&t=47) noch mal durchdacht haben, genauer: uns vergewissert haben, dass uns die Kombi aus Berufsverband & Angst-Ablegen weiterbringen wird als andere Optionen. Ich bin auch mit der Verdammnis des Angst-Habens zurückhaltend, nicht nur, weil ich es persönlich immer wieder verstehen kann, sondern weil es eine Frage der Intensität ist. "Vorsicht", die schwächere Form der "Angst", ist etwas hochgradig Vernünftiges. Vermutlich sind viele der nichtangemeldeten Mitleser eher vorsichtig denn ängstlich.

( und @ alle, die können: bitte helfen, dass wir Mark Spanjer für die Präsenztagung gewinnen )

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Re: 3. Faire Löhne und faire Angebotspreise bei Firmen und Selbständigen

Beitragvon Birgit Anzenberger » So 23. Apr 2017, 19:34

Hallo Zusammen,
bevor wir uns jetzt in die Ecken von Superman und Angsthase verziehen, versuche ich nochmal die Angelegenheit zu sortieren:
Dazu eignet sich der Beitrag von Falk sehr gut:
Das Ganze hat recht wenig mit Angst zu tun - nur mit der derzeitigen Realität auf dem archäologischen Arbeitsmarkt... Es fehlt einfach an geordneten Strukturen, die Archäologenstreiks überhaupt erst möglich machen und auch nach außen sinnvoll in der Gesellschaft vertreten können. Deshalb plädiere ich ja für einen organisierten BV - damit wir mal ein "normales Arbeitsleben" in der Archäologie schaffen können!


Ich habe das in vergleichbarer Form auch schon geschrieben - mag mich aber nicht selbst zitieren ;).

Auch der Gedanke von Frank Siegmund:
"Vorsicht", die schwächere Form der "Angst", ist etwas hochgradig Vernünftiges. Vermutlich sind viele der nichtangemeldeten Mitleser eher vorsichtig denn ängstlich.


trifft das Problem meiner Meinung nach sehr gut.

Ich möchte noch etwas hinzufügen. Mit einem "Kamikaze-Flug" ist - glaube ich - niemandem geholfen. Lieber Ray, ich mag Deine leidenschaftlichen Ansichten, denn manchmal muss man kompromisslos zumindest in seinen Worten sein, um etwas voran zu treiben. Trotzdem liest es sich im Moment so, als wäre die ganze "freie Archäologie" ein Konglomerat von Angsthasen.Wenn man sich aber nochmal anschaut wer was in den letzten Wochen geschrieben hat, wird klar, dass das so einfach nicht stimmt.
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