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3. Welche Organisationsform wäre geeignet, angemessen und realistisch erreichbar? Kammer oder Berufsverband?

Hier möchten wir folgende Fragen behandeln: Wo gibt es außerhalb der Archäologie wertvolle Modelle und Erfahrung zum Thema Berufsverband? Qualitätssicherung durch Zertifizierung oder Selbstverpflichtung auf einen Kodex? Welche Organisationsform wäre geeignet, angemessen und realistisch erreichbar? Soll das Anliegen Berufsverband als Fachausschuss beim DVA weiterentwickelt werden?
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NetterMillionär
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Re: 3. Welche Organisationsform wäre geeignet, angemessen und realistisch erreichbar? Kammer oder Berufsverband?

Beitragvon NetterMillionär » Di 6. Jun 2017, 14:04

Sehr geehrte Frau Diane Scherzler,

ok. Mir ist klar, dass die Vortagung bald endet und auch Vorbereitungen für die Präsenztagung bereits jetzt im Gange sind, Entschuldigung!

Hm-aber um das mal genauer unter die Lupe zu nehmen: So ein ganz kleines bisschen weicht man hier ja schon gewissen Kerninformationen aus im Plenum und ehrlich gesagt fehlen mir da ganz gewisse Infomationen, die mir signalisieren würden, dass ich hier auf der richtigen Party bin bezüglich der Linie/Farbe einer Berufsverbandsgründung (im entferntesten Sinne als Dachverband).
Die Kräfte hier, die ernsthaft etwas verbessern möchten, nehme ich auch als solche wahr! Hut ab, mein Respekt. Wundert mich zwar, dass man mich als solchen nicht so unbedingt wahrnimmt, aber das mag an dem bereits etablierten Team oder meiner Art und meiner Linie liegen, gut.

Um zum Wesentlichen zu kommen:
Die ganze Vortagung steht von Anbeginn unter dem Fragezeichen. Wenn man aber nun liest, Dr. Gerry Wait kommt zur Präsenztagung am 4. Juli und macht (wem eigentlich?; nur den Anwesenden?) ein Angebot (mit Gegenleistung?) neben der Veranstaltung des 9. Deutschen Archäologentages. Dann vermute ich doch, dass es schon sehr intensive Vorgespräche gegeben haben könnte und sich über CIFA informiert wurde. Ich vermisse etwas die Information seitens der Veranstalter oder anderen Plenumsteilnehmern, was genau bei diesem englischen Staffelungssystem (Lohn, Qualifikation) bezogen auf die englischen 3.200 Mitglieder und 80 beteiligte Institutionen (Zahlen nach Angaben der homepage des CIFA) das Interesse geweckt hat, was man unserem KnowHow nicht so ganz zutraut? Nun mal abgesehen davon, dass ich auch sehr gespannt bin auf diesbezügliche Meldungen in Form einer Erörterung und offen bin für Neuerungen und Innovationen seitens unserer englischen Kollegen... Im englischen System mit 3.200 Einzelpersonenmitgliedern scheinen Ehrenamtliche und viele, viele andere "Qualifikationsstufen" nicht so ganz in das System zu passen.
Bisher wurde nicht auf die berühmte Ausgrabungsmethode nach Schichten der Engländer hingewiesen (sog. englische Methode); ist es das Grabungs-KnowHow, was angeboten bzw. man sich zu importieren gedenkt? Diesbezüglich haben wir in Deutschland nämlich unabhängig schon deutlich aufgeschlossen, was forschungsgrabungstechnische Leistungen anbelangt auch im Notgrabungssektor. Weiteren Ausbau dieser Fähigkeiten aus eigener Kraft verhindert am ehesten das mangelnde liebe Geld.
Zu den Titeln, die zusätzlich durch CIFA vergeben werden, ergeben sich zu bestehenden wie BA. und MA. z. B. folgende längere Konstrukte wie auf der homepage zu sehen ist (hier 4 Beispiele): BSc MCIfA, BA MA ACIfA, BA MPhil PhD MCIfA, BA MCIfA FRSA FSA FSA Scot FIAM. Besonders letzterer Titel ohne MA aber mit vielen anderen Qualifikationen mutet doch ehrlich gesagt sehr lang an, das darf man auch mal ehrlich sagen und zur Sprache bringen ohne die freundschaftliche Beziehung zu den Engländern zu gefährden, unter denen sich ja auch denke ich eventuell, wenn diese ehrlich sind, eventuell der ein oder andere befindet, der das auch ein bisschen lang findet und vielleicht mit Humor sieht?
Ich habe die Erfahrung gemacht nach 2 Jahren in einem Betrieb in meiner Vorstudienzeit durch die Umstellung auf eine neue Chefstrategie eine Nummer zu bekommen "9047" und wurde auch so angesprochen von einer neuen Schichtleitung - smile. Nun so eine Nummer vergisst man niemals. Was ich damit sagen will: Prof. ist nicht gleich Prof., Dr. nicht gleich Dr., Ma. usw., Qualifikationen lassen sich schwer schriftlich ausdrücken und besagen längst nicht alles auch nicht zwangsläufig einen Mindeststandard.

Schöne Grüße
NetterMillionär

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Re: 3. Welche Organisationsform wäre geeignet, angemessen und realistisch erreichbar? Kammer oder Berufsverband?

Beitragvon Michaela Schauer » Di 6. Jun 2017, 15:37

Lieber NetterMillionär,
die CIfA macht ganz offiziell ein Angebot - sie geht auf den Bedarf nach einem Berufsverband ein, der in dieser Online-Tagung ganz offensichtlich geworden und für jeden lesbar und einsehbar gewesen ist. Niemand sagt, dass die CIfA Eins-zu-Eins importiert werden wird.
Niemand hat gesagt, dass kein anderer deutscher Verband ein Angebot machen möchte, es hat aber auch kein deutscher Verband bisher (zumindest laut dem bisher im Tagungsprogramm Sichtbaren (http://www.dguf.de/fileadmin/user_upload/Tagungen/Mainz2017/2017-DGUF-Tagung_Programmheft.pdf) ein offizielles, eindeutiges Angebot gemacht.
Niemand hat bisher exakt darüber entschieden, wie die Zukunft aussehen wird. Das wird auf der Präsenztagung gemeinsam möglich sein. Hier kann auf sämtliche (!) dort erfolgenden Vorschläge und Angebote eingegangen und darüber debattiert werden. Ebenso offen, wie es während der kompletten Vortagung der Fall war.
Beste Grüße

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Re: 3. Welche Organisationsform wäre geeignet, angemessen und realistisch erreichbar? Kammer oder Berufsverband?

Beitragvon Diane Scherzler » Di 6. Jun 2017, 16:44

Lieber NetterMillionär,

vermutlich ist Ihnen das längst bekannt, aber dem einen oder anderen Mitlesenden evtl. noch nicht: Dr. Gerry Wait hat auf der DGUF-Tagung "Archäologie und Macht" 2016 in Berlin das CIfA vorgestellt und einen (deutschen) Artikel dazu in den Arch. Inf. publiziert. Dieser Beitrag ist auch in den Materialien für diese Vortagung enthalten.

Wait, G. (2016). Das "Chartered Institute for Archaeologists": Der systematische Aufbau von Professionalität, Macht und Einfluss in Archäologie und Denkmalpflege. Archäologische Informationen, Early View, online publiziert 27. Aug. 2016.
http://www.dguf.de/fileadmin/AI/ArchInf-EV_Wait.pdf


Viele Grüße
Diane Scherzler

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Re: 3. Welche Organisationsform wäre geeignet, angemessen und realistisch erreichbar? Kammer oder Berufsverband?

Beitragvon NetterMillionär » Di 6. Jun 2017, 20:52

Liebe Frau Scherzler und Frau Schauer,

dankeschön auch für das vorläufige Programm, die breit gefächerte Herangehensweise beruhigt ja schonmal mit Präsenz des BLfD. Habs jetzt auch verstanden: Es ist ein Angebot, im Sinne von Angebot^^.
Den Artikel kannte ich schon, danke. Also ich finde bei dem Weg schade, dass jeder und alles Prüfgegenstand wird und kaum Vertrauen mehr herrscht. Ich fände den Weg des "Freund und Helfers", der anstatt der Zeit des Prüfens lehrt und hilft empfehlenswerter. Hierdurch kommt sogar neuer Input an die Arbeiter! Beim Prüfsystem wird nur bestehendes KnowHow bemessen, es findet quasi kein Austausch statt.

Freundliche Grüße
NetterMillionär


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